Trigeminus Neuralgie

Bei der Trigeminus Neuralgie handelt es sich um ein komplexes Schmerzsyndrom. Auf deutsch bedeutet Trigeminus Neuralgie Nervenschmerz des Drillingsnervs. Die Bezeichnung Drillingsnerv leitet sich aus dem Verlauf des Nervens ab: der Drillingsnerv ist ein Hirnnerv, der sich nach seinem Austritt aus dem Gehirn in drei Teile aufspaltet. Er ist sowohl für Schmerzempfindung und andere Empfindungen als auch für die Steuerung von Muskeln zuständig. Er ist jener Nerv, der z.B. Schmerz-Information übermittelt, wenn ein Zahn von Karies befallen ist und bewirkt so, dass wir zeitnah einen Zahnarzt aufsuchen. Oder er teilt uns mit, dass unsere Augen nach einem langen Arbeitstag vor dem Computer-Bildschirm Ruhe brauchen. Beim Krankheitsbild der Trigeminus Neuralgie kommt es zur einer Störung dieser Alarmfunktion des Drillingsnervs. Nun sendet der Nerv Schmerz-Information, obwohl es keinen erkennbaren Anlass dazu gibt.

Hauptsymptom der Trigeminus Neuralgie ist extrem heftiger, einschießender Schmerz

Die Schmerzempfindung bei Trigeminus Neuralgie erfolgt anfallsartig. Dabei wird ein blitzartig einschießender, extrem heftiger, elektrisierender und stechender Schmerz empfunden, der meist wenige Sekunden anhält. Selten werden Schmerzepisoden von bis zu zwei Minuten beobachtet. Zwischen den Schmerzanfällen besteht Beschwerdefreiheit. Allerdings können die Episoden in manchen Fällen so rasch auf einander folgen, dass fälschlicherweise von einem Dauerschmerz gesprochen wird.

Die Schmerzanfälle können spontan auftreten oder durch Reize ausgelöst werden. Bereits normale Tätigkeiten, wie z.B. kauen, sprechen oder schlucken können eine Attacke auslösen.

Die Schmerzempfindung ist begrenzt auf die durch den Drillingsnerv versorgten Areale, wobei nur sehr selten das gesamte Versorgungsgebiet betroffen ist. In den meisten Fällen sind ein oder zwei Äste des Nervs und die zugehörigen Gebiete betroffen. Je nach betroffenem Nervenast können entweder Stirn, Augenhöhle und Auge, der Oberkiefer oder der Unterkiefer betroffen sein. Am häufigsten sind der Ober- und Unterkiefer entweder isoliert oder gemeinsam betroffen. Während einer Schmerzattacke kommt es zu Anspannung und Krämpfen der Muskulatur im betroffenen Gebiet. Nach einem Anfall ist der Nerv für einige Minuten nicht empfindsam und kein Schmerz kann ausgelöst werden.

Die Ursachen der klassischen Trigeminus Neuralgie sind weitgehend ungeklärt

Die klassische Trigeminus Neuralgie wird auch als idiopathische Trigeminus Neuralgie bezeichnet; idiopathisch bedeutet, dass die Ursache der Erkrankung nicht geklärt ist. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass bei mehr als der Hälfte der Betroffenen eine enge Lagebeziehung zwischen einer Wurzel des Drillingsnervs und einer Arterie, also einem Gefäß, besteht. Dieser sogenannte Gefäß-Nerven-Konflikt führt zu einer Reizung des Nervs und ist Bestandteil der Entstehung der Trigeminus Neuralgie. Bei den übrigen Betroffenen liegt eine solche enge Lagebeziehung jedoch nicht vor. Die Erkrankung tritt meist in der zweiten Lebenshälfte auf, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

Anders als bei der klassischen Trigeminus Neuralgie liegen den Schmerzattacken bei der symptomatischen Trigeminus Neuralgie andere Erkrankungen als Ursache zugrunde. Diese können sehr vielfältig sein und bedürfen der weiteren ärztlichen Abklärung. Die Symptome der symptomatischen Trigeminus Neuralgie unterscheiden sich von der klassischen Form wie folgt: der obere Ast des Drillingsnervs und damit das Gebiet von Stirn und Auge sind häufiger betroffen. Außerdem kommen häufiger Schmerzattacken in beiden Gesichtshälften vor. Zwischen den Attacken können ebenfalls Schmerzen empfunden werden. Darüber hinaus können Lähmungen der betroffenen Muskeln sowie Einschränkungen oder Ausfälle der Empfindungsfähigkeit im betroffenen Gebiet vorkommen. Von der symptomatischen Trigeminusneuralgie sind häufiger auch jüngere Menschen betroffen.

Die Diagnose orientiert sich maßgeblich an der typischen Symptomatik

Die Stellung der Diagnose Trigeminus Neuralgie erfolgt im Gespräch durch Abklärung der typischen Symptomatik. Ein etwaiger Gefäß-Nerven-Konflikt kann mittels MRT (Magnetresonanztomographie) nachgewiesen werden.
Bei Verdacht auf eine symptomatische Trigeminus Neuralgie sind weitere Untersuchungen erforderlich, die je nach weiteren Symptomen und Krankheitsgeschichte der Betroffenen unterschiedlich sein können.

Die Behandlung mit PainShield ist einfach und zeigt rasch Wirkung

Bei der Behandlung von Trigeminus Neuralgie mit PainShield haben Studien gezeigt, dass im Durchschnitt nach 1-2 Wochen eine Linderung der Schmerzen eintritt, die laufend zunimmt. Nach etwa 2 Monaten wird die stärkste Schmerzlinderung erreicht. Rund 75% der behandelten Betroffenen erreichten völlige oder fast völlige Schmerzfreiheit.[1] Wenn die Behandlung mit PainShield nach Erreichen des Behandlungserfolgs unterbrochen wird, können die Schmerzen in einigen Fällen wiederkehren. In diesem Fall kann jederzeit ein neuer Behandlungszyklus mit PainShield begonnen werden.

Bei Trigeminus Neuralgie wird das PainShield-Behandlungspflaster für das Gesicht auf einem Knochenvorsprung in der Schmerzregion platziert (z.B. am Jochbeinbogen bei V2-Schmerz oder im Unterkieferbereich bei V3-Schmerz). Eine Beschreibung der Anwendung von PainShield finden Sie hier.

Andere Behandlungsmethoden umfassen:

  • Medikamentöse Therapie
  • Chirurgische Therapie bei bekanntem Gefäß-Nerven-Konflikt
  • Transkutane Therapie
  • Radiochirurgische Behandlung (gezielte Bestrahlung)
  • Bei symptomatischer Trigeminusneuralgie Behandlung der Grunderkrankung

[1]  Haim-Moshe Adahan et al.: A Sound Solution in Trigeminal Neuralgia. Poster, 6th Annual Update Symposium Series on Clinical Neurology and Neurophysiology, Israel, Feb 2010